Risikofaktor Übersetzung: Warum juristische Texte in Expertenhände gehören
Wenn ein Wort über den Prozessausgang entscheidet
Sie benötigen die Übersetzung eines Gerichtsurteils, eines Vertrags oder einer notariellen Urkunde? Bei der Übersetzung juristischer Texte steht mehr auf dem Spiel als bei gewöhnlichen Übersetzungen. Ein einziger falsch gewählter Fachbegriff kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, Verfahren um Monate verzögern oder zu falschen strategischen Entscheidungen führen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum juristische Texte niemals nebenbei übersetzt werden dürfen und warum die Zusammenarbeit mit einem ermächtigten Diplom-Übersetzer Ihre sicherste Investition ist.
Das Kernproblem: Rechtssysteme sind nicht deckungsgleich
Ein zentrales Problem bei der Übersetzung juristischer Texte ist, dass Rechtssysteme fundamental unterschiedlich aufgebaut sind. Das deutsche Recht basiert auf dem kontinentaleuropäischen Rechtssystem (Civil Law) mit kodifizierten Gesetzen, während das angelsächsische Common Law stark auf Präzedenzfällen beruht.
Ein Begriff wie „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (GmbH) wird häufig einfach mit „limited liability company“ (LLC) übersetzt. Diese Übersetzung ist zwar sprachlich nah dran, aber juristisch oft irreführend, da die Haftung und steuerliche Behandlung einer deutschen GmbH nicht identisch mit einer US-amerikanischen LLC ist.
Die Lösung des Experten: Ein Fachübersetzer kennt diese Unterschiede. Er wählt entweder die korrekte funktionale Entsprechung oder behält den Originalbegriff bei und erläutert ihn in einer Anmerkung, um Missverständnisse beim ausländischen Richter oder Anwalt auszuschließen.
Juristische Terminologie ist Mathematik mit Worten
Begriffe wie Anklageschrift, Strafbefehl, Rechtshilfeersuchen, Gerichtsurteil oder notarielle Urkunde haben jeweils eine exakte rechtliche Definition. Sie sind nicht austauschbar.
Beispiel: Der deutsche Begriff „Abnahme“ im Werkvertragsrecht hat keine direkte Entsprechung im angelsächsischen Recht, die genau dieselben Rechtsfolgen (Beweislastumkehr, Fälligkeit) auslöst. Die Übersetzung muss den rechtlichen Gehalt erfassen und im Zielrechtsystem verständlich machen, ohne die ursprüngliche Bedeutung zu verfälschen. Eine ungenaue Übersetzung kann dazu führen, dass ein Dokument von Gerichten oder Behörden im Ausland nicht anerkannt oder falsch interpretiert wird.
Formale Anforderungen: Mehr als nur Text
Juristische Texte unterliegen strengen formalen Anforderungen. Ein deutsches Scheidungsurteil sieht anders aus als ein französisches Jugement de divorce. Notarielle Urkunden haben spezifische Eingangsformeln und Schlussformeln. Ein Fachübersetzer kennt diese Anforderungen und stellt sicher, dass Ihre Übersetzung nicht nur sprachlich korrekt, sondern auch formal als gültiges Dokument wahrgenommen wird.
Welche Dokumente sind besonders risikobehaftet?
Bei folgenden Textarten ist das Risiko durch Laienübersetzungen oder Maschinenübersetzungen besonders hoch:
Gerichtliche Dokumente
Fehler in Anklageschriften oder Strafbefehlen können die Verteidigungsstrategie untergraben. Bei Rechtshilfeersuchen kann eine unklare Formulierung zur Ablehnung durch die ausländische Behörde führen.
Notarielle Urkunden und Verträge
Bei Gesellschaftsverträgen oder Kaufverträgen geht es oft um hohe Vermögenswerte. Ein Übersetzungsfehler in einer Haftungsklausel kann immense finanzielle Schäden verursachen.
Erb- und Familienrecht
Testamente und Erbverträge verwenden oft veraltete oder sehr spezifische Formulierungen. Fehlinterpretationen können hier zu familiären Konflikten führen, die Jahre andauern.
Warum KI-Tools (noch) keine Lösung sind
Online-Übersetzungstools wie DeepL sind beeindruckend, aber für Rechtsdokumente hochriskant. KI-Tools arbeiten statistisch. Sie raten das wahrscheinlichste Wort. Im Recht zählt aber nicht Wahrscheinlichkeit, sondern Präzision.
Was passiert, wenn Besitz und Eigentum falsch übersetzt werden? Eine KI kann noch nicht kontextualisieren, ob mit Besitz der tatsächliche Besitz oder das rechtliche Eigentum gemeint ist. Die Programme übersetzen diese Begriffe oft synonym. Juristisch sind dies jedoch zwei völlig verschiedene Konzepte (Paragraph 854 BGB vs. Paragraph 903 BGB). Solche Fehler machen Verträge anfechtbar oder führen zur Ablehnung von Dokumenten durch Behörden.
Persönliche Betreuung als Sicherheitsnetz
Das Risiko minimieren Sie am besten durch den direkten Kontakt zur Expertin. Als ermächtigte Diplom-Übersetzerin mit OLG Hamm Ermächtigung (seit 1994) biete ich Ihnen das Gegenteil von anonymen Agentur-Dienstleistungen:
- Verantwortung: Ich stehe mit meinem Namen und meinem Stempel für die Richtigkeit.
- Rückfragen: Wenn ein Satz im Original mehrdeutig ist, frage ich nach, statt zu raten.
- Konsistenz: Ich kenne Ihre Terminologie über Jahre hinweg.

Die Investition in eine professionelle juristische Fachübersetzung ist eine Versicherung gegen spätere Probleme. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle, wenn es um Rechtssicherheit geht.
Benötigen Sie eine rechtssichere Übersetzung? Ich prüfe Ihre Dokumente gerne unverbindlich. Senden Sie mir Ihre Dokumente zu. Von meinem Büro in Münster aus betreue ich Mandanten und Kanzleien bundesweit.

